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                Englisch lesend lernen – Wie Extensive Reading die Sprachentwicklung begünstigt
 Extensive Reading und Aspekte der Sprachbeherrschung der Zweitsprache
Was kann Extensive Reading zur Sprachbeherrschung der Schüler/ innen beitragen? Day und Bamford haben 2002 die Top Ten Principles for Teaching Extensive Reading zu- sammengestellt. 
Diese Liste basiert wiederum auf den theoretischen Erkenntnissen von Krashen’s Input-Hypothese, die be- sagt, dass verständlicher und nach- vollziehbarer Input eine ausreichen- de Bedingung für den Erwerb einer Zweitsprache ist. Im Grunde also: Je mehr man liest und je öfter man mit der Sprache in Kontakt kommt, umso besser stehen die Chancen, dass man die Sprache lernt. Natürlich spielt es dabei auch eine große Rolle, mit wel- chen Texten und Materialien Lernen- de arbeiten. Unterschiedliche Text- arten führen zu unterschiedlichen Er- gebnissen.
Extensive Reading und beiläufiges Lernen
Forschungsergebnisse bezüglich der impliziten Eigenschaften von Ex- tensive Reading unterstreichen be- sonders die Vorteile von Extensive Reading beim Spracherwerb. Dass sich allgemeines Grammatikwissen durch Extensive Reading signifikant verbessern lässt, erwartet man im ers- ten Moment vielleicht nicht. Interes- santerweise konnten Lee, Schallert und Kim (2005) allerdings genau das nachweisen: Sowohl Extensive Rea- ding als auch Übersetzungsübungen (eine Form von Intensive Reading) tragen binnen eines Lernjahres sehr wohl zur Steigerung des allgemeinen Grammatikwissens bei.
Dabei ist jedoch zu beachten, dass dieandieserStudiebeteiligtenTest- gruppen eine gut ausgestattete Schul- bibliothek zur Verfügung hatten und währendderStudieeinenGraded Reader pro Woche gelesen haben, was aufgrund der verhältnismäßigen Kürze der Texte gut durchzuhalten war. Die Schüler/innen hatten regel-
mäßig Unterricht, wobei eine Ein- heit pro Woche ausdrücklich dem Extensive Reading (oder den Über- setzungsübungen in der Vergleichs- gruppe) gewidmet wurde, ohne dass dabei jedoch explizit Grammatik unterrichtetwordenwäre.
Die Forscher/innen konnten eine signifikante Verbesserung im 1 Spracherwerb feststellen. Das Fazit  dieses Forschungsprojekts, das seine Ergebnisse mittels Kontrollgrup-
pen, Vorher/Nachher-Tests und statistischen Analysen verifizierte,
war, dass sinnerfassendes (also nicht formerfassendes) Lesen einer gro-
ßen Anzahl von Texten beiläufiges
Lernen grammatikalischer Struktu-
ren ermöglichen kann.
Ein weiterer interessanter Aspekt
der Untersuchung ist, dass 80 %
der grammatikalischen Strukturen,
die abgefragt wurden, im regulären Unterricht gar nicht vorgekommen
waren, was das o.g. Ergebnis noch-
mals unterstreicht. Eigentlich selbst- verständlich, dennoch wichtig zu er-
wähnen ist hierbei, dass sich gezielter Unterricht positiv auf das Erlernen
von besonders schwierigen gramma- tikalischen Strukturen auswirkt. Zu- sammenfassend lässt sich also sagen,
dass das extensive Lesen fremd- sprachlicher Texte über einen länge-
ren Zeitraum enormen Einfluss auf grammatikalische Kenntnisse hat.
Extensive Reading und Wortschatzent- wicklung
Häufig hört man, dass Lektüren, die entsprechend einem Niveau verein- facht wurden (sog. Graded Readers), derart simples Vokabular verwen- den würden, dass man sie im Kon- text des Sprachenlernens nicht mit authentischen Texten vergleichen könne. Diesen Vorwurf hat Allen (2016) in ihrer Untersuchung von Lexical Bundles in vereinfachten Lektüren beleuchtet. Lexical Bund- les sind für eine Sprache typische, wiederkehrende Wortsequenzen aus zwei oder mehr Wörtern, die eine große Rolle im authentischen Sprachgebrauch spielen. 
Die Top Ten Principles for Teaching Extensive Reading stellen 10 in- spirierende Thesen zum Extensive Reading im Unterricht auf.
       1 HiererhaltenSiedienützliche Phrase List von Pigada und Schmitt.
   Appendix: The PHRASE List
Phrasal expressions divided to match 1K frequency bands of the most common word families in the BNC. The ‘Integrated List Rank’
represents where each item falls when both lists (individual and phrase lists) are merged together.
There are three categories of genre with frequency information to help the list user discern the appropriateness/usefulness of each phrase. The frequency information breaks down as follows:
* * * = * * = * = X =
phrase most common in this genre (or as common) phrase less common in this genre
phrase infrequent in this genre
phrase rare or non-existent in this genre
   Integrated P List
Rank
107   H 165   T 415   S 463 G 483   O 489   A 518   A 551   S 556   I 598   A
           hrase F
AVE TO 8 HERE IS/ARE 5 UCH AS 3 OING TO 2 (FUTURE)
F COURSE 2 FEW 2 T LEAST 2 UCH A(N) 2 MEAN 2 LOT 2
 requency S (per 100 million)
3092 * 9833 * 0857 * 8259 * 6966 * 6451 * 5034 * 3894 *
3616 * 2332 *
           poken general
** * ** *
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            Written general
** ** * *** * *x ** ** ** ** x x
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    xample
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